Rentenbescheid-CheckRentenbescheidCheck
Ein Brief mit einer kleinen Tabelle, ein Tischkalender aus Messing, eine Tasse Tee und ein Füller auf salbeigrünem Leinen.

Der aktuelle Rentenwert

Ein Entgeltpunkt ist im Monat genau so viel wert wie der aktuelle Rentenwert. Er wird jedes Jahr zum 1. Juli neu festgesetzt, und im Bescheid steht der Wert, der zum Rentenbeginn galt, nicht der von heute.

Stand: 18.09.2026. Die Zahlen und Vorschriften stammen aus den amtlichen Quellen unter den Tabellen.

Seit 01.07.2026: 42,52 €

Der aktuelle Rentenwert ist der Betrag, der einer Monatsrente für einen Entgeltpunkt entspricht. So steht es in § 68 Abs. 1 SGB VI, und so einfach ist die Größe auch: Wer 40 Entgeltpunkte gesammelt hat, kommt bei einem Rentenartfaktor von 1,0 und einem Zugangsfaktor von 1,0 auf 1.700,80 € im Monat.

Angepasst wird zum 1. Juli eines jeden Jahres (§ 65 SGB VI). Den neuen Wert setzt die Rentenwertbestimmungsverordnung fest. Die Fundstelle jedes einzelnen Jahres steht unter der Tabelle.

Im Bescheid steht der Wert zum Rentenbeginn

Das ist die Verwechslung, die bei dieser Größe am häufigsten vorkommt, und sie geht in beide Richtungen. Ein Bescheid, der 32,03 € ausweist, ist nicht veraltet, wenn die Rente im Jahr 2018 begann. Er weist den damals geltenden Wert aus. Umgekehrt trägt ein Bescheid über eine im Frühjahr beginnende Rente für die ersten Monate den Wert des Vorjahres und erst ab dem 1. Juli den neuen.

Wer seinen Bescheid gegen die Tabelle unten hält, vergleicht deshalb nicht mit der obersten Zeile, sondern mit der Zeile, die zum Beginn seiner Rente gehört.

Rentenwert nach Jahr

Gültig abRentenwertBeitrittsgebietVeränderung
01.07.202642,52 €gleich+ 4,24 %
01.07.202540,79 €gleich+ 3,74 %
01.07.202439,32 €gleich+ 4,57 %
01.07.202337,60 €gleich+ 4,39 %
01.07.202236,02 €35,52 €+ 5,35 %
01.07.202134,19 €33,47 €keine Anpassung
01.07.202034,19 €33,23 €+ 3,45 %
01.07.201933,05 €31,89 €+ 3,18 %
01.07.201832,03 €30,69 €–

Die Spalte „Veränderung" bezieht sich auf den Wert der zweiten Spalte. Solange die Reihe zwei Werte führte, konnten beide unterschiedlich stark steigen; die Anpassung im Beitrittsgebiet lag in diesen Jahren regelmäßig höher, weil sie zugleich die Angleichung nach § 255a SGB VI mittrug.

Quellen: RWBestV 2026 § 1, RWBestV 2025 § 1, RWBestV 2024 § 1, RWBestV 2023 § 1, RWBestG 2022, RWBestV 2021 § 1, RWBestV 2020 § 1, RWBestV 2019 § 1, RWBestV 2018 § 1. Geprüft am 18.09.2026.

Ost und West

Bis zur Anpassung 2022 führte die Reihe zwei Werte: einen für das Beitrittsgebiet und einen für das übrige Bundesgebiet. Seit 2023 sind beide gleich, die Angleichung nach § 255a SGB VI ist abgeschlossen. Für Renten, die vorher begonnen haben, bleibt der damalige Unterschied für die zurückliegenden Zeiträume erheblich; in der Tabelle oben steht er in der dritten Spalte.

Nicht zu verwechseln ist das mit der Umrechnung der Verdienste selbst: Arbeitsentgelte, die im Beitrittsgebiet erzielt wurden, werden nach § 256a SGB VI mit den Werten der Anlage 10 zum SGB VI hochgerechnet, bevor daraus Entgeltpunkte werden. Das ist eine andere Rechnung an einer anderen Stelle der Formel.

Die Anpassungsmitteilung zum 1. Juli

Die Anpassung kommt nicht als Tabelle, sondern als Brief: Der Renten Service der Deutschen Post setzt die Rente zum 1. Juli neu fest und stellt den bisherigen und den neuen Betrag nebeneinander. Das Schreiben ist ein Bescheid und bezeichnet sich selbst so. Es ersetzt ab dem Anpassungstermin den zuletzt erteilten Bescheid über die Höhe der Rente. Eine Rechtsbehelfsbelehrung trägt es deshalb ebenso, und die Frist des § 84 Abs. 1 SGG läuft ab seiner Bekanntgabe.

Nachrechenbar ist es aus sich heraus, und zwar ohne jede Anlage. § 65 SGB VI ersetzt allein den aktuellen Rentenwert; alles andere in § 64 SGB VI bleibt unverändert. Der bisherige Betrag geteilt durch den bisherigen Rentenwert ist damit dieselbe Größe wie der neue Betrag geteilt durch den neuen: persönliche Entgeltpunkte mal Rentenartfaktor. Beide Rentenwerte nennt das Schreiben in der Erläuterung, beide Beträge stehen in den zwei Spalten.

Die zwei Spalten sind zugleich die Stelle, an der beim Lesen etwas schiefgeht: Beide Beträge sind für sich plausibel, und wer die falsche Spalte nimmt, hat eine Rente, die es gibt, und eine Rechnung, die daneben liegt. Die neue Spalte trägt das Datum in der Überschrift.

Was der Zuwachs seit 2018 bedeutet

Von 32,03 € im Jahr 2018 auf 42,52 € im Jahr 2026 sind 32,8 %. Das ist keine Aussage über Kaufkraft (der Rentenwert folgt nach § 68 SGB VI der Lohnentwicklung und nicht den Preisen) und auch keine Prognose. Es ist die Reihe, wie sie bisher verlaufen ist.

Was auf dieser Seite nicht steht

Diese Seite gibt die Tabellen des Gesetzes wieder und rechnet mit ihnen. Sie sagt nicht, welche Grenze in einem bestimmten Fall gilt, wie ein Verfahren ausginge oder was jemand unternehmen kann. Das hängt an Wartezeiten, an Zeiten im Versicherungsverlauf und an Umständen, die in keiner Tabelle stehen.

Dieses Tool führt eine automatisierte, typisierte Vergleichsrechnung durch und erbringt keine Rentenberatung im Sinne des § 10 RDG. Es findet keine Prüfung des Einzelfalls statt. Das Ergebnis ersetzt keine Beratung durch einen registrierten Rentenberater oder Rechtsanwalt.

Häufige Fragen

Welcher Rentenwert steht in meinem Bescheid?
Der, der zum Rentenbeginn galt, nicht der von heute. Ein Bescheid über eine Rente, die im Februar begann, rechnet bis zum 30. Juni mit dem Wert des Vorjahres und erst ab dem 1. Juli mit dem neuen. Wer das verwechselt, hält einen richtigen Bescheid für falsch.
Warum wird der Rentenwert jedes Jahr zum 1. Juli geändert?
So bestimmt es § 65 SGB VI: Die Renten werden zum 1. Juli eines jeden Jahres angepasst. Der neue Wert wird durch Rechtsverordnung festgesetzt, die Rentenwertbestimmungsverordnung des jeweiligen Jahres.
Gibt es noch getrennte Werte für Ost und West?
Nein. Die Angleichung nach § 255a SGB VI ist abgeschlossen; die Reihe führt seither einen Wert. Für Renten, die vorher begonnen haben, kommt es für die zurückliegenden Zeiträume weiterhin auf den damals geltenden Wert des jeweiligen Gebiets an.
Was ist die Anpassungsmitteilung, die im Sommer kommt?
Das Schreiben, mit dem der Renten Service der Deutschen Post die Rente zum 1. Juli neu festsetzt. Es ist ein Bescheid und sagt das auch selbst: Es ersetzt ab dem Anpassungstermin den zuletzt erteilten Bescheid über die Höhe der Rente. Geändert wird daran allein der aktuelle Rentenwert; die übrigen Größen des § 64 SGB VI bleiben stehen.
Lässt sich die Anpassungsmitteilung ohne Anlagen nachrechnen?
Ja. Weil sich nur der Rentenwert ändert, ist der bisherige Betrag geteilt durch den bisherigen Rentenwert dieselbe Größe wie der neue Betrag geteilt durch den neuen: das Produkt aus persönlichen Entgeltpunkten und Rentenartfaktor. Beide Rentenwerte und beide Beträge stehen auf dem Schreiben; eine Berechnungsanlage braucht es dafür nicht.
Wie rechne ich aus dem Rentenwert meine Rente?
Persönliche Entgeltpunkte mal Zugangsfaktor mal Rentenartfaktor mal aktueller Rentenwert ergibt den Monatsbetrag. Das ist die Rentenformel des § 64 SGB VI. Alle vier Größen stehen im Bescheid.