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Wehr- und Zivildienst in der Rente

Für die Rente zählt beim Wehr- und Zivildienst nicht der Sold, sondern der Zeitraum. Drei Regeln gelten nacheinander, und für jede lässt sich ausrechnen, was ein Dienstjahr im Versicherungsverlauf tragen muss.

Stand: 17.09.2026. Die Zahlen und Vorschriften stammen aus den amtlichen Quellen unter den Tabellen.

Drei Regeln, je nach Zeitraum

Wehr- und Zivildienst aufgrund gesetzlicher Pflicht sind Pflichtbeitragszeiten (§ 3 Satz 1 Nr. 2 SGB VI). Was sie an Entgeltpunkten tragen, hängt nicht am Sold, sondern am Zeitraum des Dienstes:

  • 01.05.1961 bis 31.12.1981: 1,00 Entgeltpunkte je volles Kalenderjahr, für Teilzeiträume der entsprechende Anteil (§ 256 Abs. 3 Satz 1 SGB VI).
  • 01.01.1982 bis 31.12.1991: 0,75 Entgeltpunkte je volles Kalenderjahr, für Teilzeiträume der entsprechende Anteil (§ 256 Abs. 3 Satz 1 SGB VI).
  • Ab 01.01.1992: ein fester Anteil der Bezugsgröße als versicherte Einnahme, nämlich 80 Prozent bis 1999, 60 Prozent von 2000 bis 2019, 80 Prozent ab 2020 (§ 166 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI). Die Entgeltpunkte sind diese Einnahme geteilt durch das Durchschnittsentgelt desselben Jahres.

Ein volles Jahr Wehrdienst vor 1982 ist bei einem Rentenwert von 42,52 € damit 42,52 € Monatsrente wert, ein Jahr in den Achtzigern 31,89 €, vor Zugangsfaktor und Rentenartfaktor.

Entgeltpunkte je Dienstjahr ab 1992

JahrAnteil der BezugsgrößeEntgeltpunkte je Jahr
202680 %0,7309
202580 %0,7120
202480 %0,7207
202380 %0,7286
202280 %0,7511
202180 %0,7806
202080 %0,7807
201960 %0,5707
201860 %0,5737
201760 %0,5777
201660 %0,5780
201560 %0,5772
201460 %0,5768
201360 %0,5765
201260 %0,5727
201160 %0,5731
201060 %0,5907
200960 %0,5948
200860 %0,5842
200760 %0,5890
200660 %0,5981
200560 %0,5954
200460 %0,5983
200360 %0,5922
200260 %0,5898
200160 %0,5842
200060 %0,5945
199980 %0,7912
199880 %0,7872
199780 %0,7861
199680 %0,7672
199580 %0,7693
199480 %0,7658
199380 %0,7393
199280 %0,7176

Gerechnet mit der Bezugsgröße für die alten Bundesländer. Lag der Dienstort im Beitrittsgebiet, galt die Bezugsgröße (Ost) mit der Hochwertung nach Anlage 10 SGB VI (§ 228a Abs. 1, § 256a SGB VI). Für die jüngsten Jahre ist das Durchschnittsentgelt vorläufig; der endgültige Wert kann die Punktzahl leicht ändern.

Quellen: SVBezGrV 1992 § 2 (BGBl. I 1991 S. 2331); Ost: 3. RAV (BGBl. I 1991 S. 2344), Anlage 1 SGB VI, SVBezGrV 1993 § 2 (BGBl. I 1992 S. 2474), BSV 1994 § 6 (BGBl. I 1993 S. 1987), SVBezGrV 1995 (BGBl. I 1994 S. 3806), SVBezGrV 1996 (BGBl. I 1995 S. 1577), SVBezGrV 1997 (BGBl. I 1996 S. 1870), SVBezGrV 1998 (BGBl. I 1997 S. 2782), SVBezGrV 1999 (BGBl. I 1998 S. 3823), SVBezGrV 2000 (BGBl. I 1999 S. 2375), SVBezGrV 2001 (BGBl. I 2000 S. 1710), SVBezGrV 2002 (BGBl. I 2001 S. 3302), SVBezGrV 2003 (BGBl. I 2002 S. 4561), SVBezGrV 2004 (BGBl. I 2003 S. 2497), SVBezGrV 2005 (BGBl. I 2004 S. 3098), SVBezGrV 2006 (BGBl. I 2005 S. 3627), SV-Rechengrößengesetz 2007 (BGBl. I 2006 S. 2742), SVBezGrV 2008 (BGBl. I 2007 S. 2797), SVBezGrV 2009 (BGBl. I 2008 S. 2336), SVBezGrV 2010 (BGBl. I 2009 S. 3846), SVBezGrV 2011 (BGBl. I 2010 S. 1761), SVBezGrV 2012 (BGBl. I 2011 S. 2421), SVBezGrV 2013 § 2, SVBezGrV 2014 § 2, SVBezGrV 2015 § 2, SVBezGrV 2016 § 2, SVBezGrV 2017 § 2, SVBezGrV 2018 § 2, SVBezGrV 2019 § 2, SVBezGrV 2020 § 2, SVBezGrV 2021 § 2, SVBezGrV 2022 § 2, SVBezGrV 2023 § 1, SVBezGrV 2024 § 1, SVBezGrV 2025 § 1, SVBezGrV 2026 § 1. Geprüft am 17.09.2026.

Woran man einen Fehler im Verlauf erkennt

Im Versicherungsverlauf steht der Dienst als eigene Zeile, meist mit dem Vermerk „Wehrdienst" oder „Zivildienst" und den Entgeltpunkten des Zeitraums. Zwei Abweichungen kommen vor: Die Zeile fehlt ganz, oder sie trägt weniger Entgeltpunkte, als die Regel für den Zeitraum ergibt, etwa weil der Dienst als gewöhnliche Beschäftigung mit niedrigem Entgelt erfasst ist.

Was auf dieser Seite nicht steht

Diese Seite gibt die Tabellen des Gesetzes wieder und rechnet mit ihnen. Sie sagt nicht, welche Grenze in einem bestimmten Fall gilt, wie ein Verfahren ausginge oder was jemand unternehmen kann. Das hängt an Wartezeiten, an Zeiten im Versicherungsverlauf und an Umständen, die in keiner Tabelle stehen.

Dieses Tool führt eine automatisierte, typisierte Vergleichsrechnung durch und erbringt keine Rentenberatung im Sinne des § 10 RDG. Es findet keine Prüfung des Einzelfalls statt. Das Ergebnis ersetzt keine Beratung durch einen registrierten Rentenberater oder Rechtsanwalt.

Häufige Fragen

Zählt der Wehr- oder Zivildienst für die Rente?
Ja. Wer aufgrund gesetzlicher Pflicht Wehr- oder Zivildienst geleistet hat, war in dieser Zeit pflichtversichert (§ 3 Satz 1 Nr. 2 SGB VI); die Beiträge hat der Bund gezahlt. Die Zeit ist eine Pflichtbeitragszeit und steht im Versicherungsverlauf.
Wie viele Entgeltpunkte bringt ein Jahr Wehrdienst?
Das hängt am Zeitraum. Bis 1981 legt § 256 Abs. 3 SGB VI 1,0 Entgeltpunkte je Jahr fest, von 1982 bis 1991 0,75. Ab 1992 ist ein fester Anteil der Bezugsgröße versichert: 80 Prozent bis 1999, 60 Prozent von 2000 bis 2019 und 80 Prozent seit 2020 (§ 166 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI). Die Tabelle auf dieser Seite rechnet das je Jahr aus.
Was gilt bei einer Wehrübung neben dem Beruf?
Wird für die Übung eine Leistung nach dem Unterhaltssicherungsgesetz gezahlt, ist das zugrunde liegende Arbeitsentgelt versichert, seit 2020 mindestens 80 Prozent der Bezugsgröße (§ 166 Abs. 1 Nr. 1a SGB VI). Läuft das Arbeitsentgelt während des Dienstes weiter, besteht keine eigene Versicherungspflicht für den Dienst.
Und wenn der Dienst im Versicherungsverlauf fehlt?
Dann fehlt eine Pflichtbeitragszeit. Belegt wird der Dienst durch die Dienstzeitbescheinigung der Bundeswehr oder, für den Zivildienst, des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Nachgetragen wird er im Rahmen der Kontenklärung.